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Calciumaufnahme

Muskelkraft, Koordination, Stürze; Ernährung, Lebensstil; Medikamentenrevision

Calciumaufnahme

Beitragvon christianguenther » 30.05.2009, 20:59

Kapitel 7.2., Seite 14, zweiter Absatz:
Ernährung und Lebensstil
Eine Zufuhr von 1000mg Calcium täglich in der Nahrung ist ausreichend.
Wenn man von den derzeit gebräuchlichen Medikamenten mit 600mg Calcium ausgeht, werden bei einer Reihe von Calcium-Vitamin D-Kombinationspräparaten bei 2 x 1 Tbl. die empfohlenen 1200mg um 20% überschritten, so dass nur Präparate in Frage kämen, die nur 500mg Calcium pro Tablette enthalten. Das würde bedeuten, dass man die Tabletten mit 600mg max. 1xtäglich geben dürfte, wenn man davon ausgeht, dass die durchschnittliche Calciumaufnahme in der Bevölkerung bei 600mg liegt. Das würde wiederum dazu führen, dass diese Patienten zu wenig Vitamin D bekämen, da ja festgestellt ist, dass nur 400IE zu wenig sind, um einen wirksamen Frakturschutz darzustellen. Außerdem wissen wir in den meisten Fällen nicht, wie viel Calcium die Patienten mit der Nahrung tatsächlich zu sich nehmen (in einer von uns durchgeführten Studie mit 125 Osteoporose-Patienten hatten diese etwa 560mg Calciumaufnahme zu verzeichnen).
Deshalb scheint die Obergrenze von 1500mg - sozusagen als Unbedenklichkeitsgrenze - durchaus diskussionswürdig und erfordert gezielte Studien, um das abzuklären.

Ich überblicke in Kürze 16000 Patienten, die zur Diagnostik und Therapie der Osteoporose bei uns erschienen, wovon etwa 75% eine Osteopenie oder Osteoporose aufwiesen.
D. h., dass davon 10 000 Patienten eine Basisversorgung mit Calcium und Vitamin D in der Regel mit 2x1 Tablette zu 500 bzw. 600mg Calcium und 400IE Vitamin D erhielten.
Bei all diesen Patienten ist mir bisher in keinem einzigen Fall ein Auftreten einer kardiovaskulären Komplikation bekannt geworden und nur in einem Falle kam es zu Nierensteinen.
Außerdem gibt es zwei Arbeiten von Samelson et al (ASBMR 2008) und Markowitz et al (Am J Cardiol 2005, Calcium intake is not associated with increased Coronary Narrowing),
die herausarbeiteten, dass eine hohe Calciumaufnahme nicht zu einer vermehrten Koronarverkalkung und Arteriosklerose führt (Samelson) und dass eine erhöhte Calciumaufnahme nicht mit einem höheren Anteil von Patienten mit Koronarstenose verknüpft ist (Markowitz). Außerdem zeigt eine Arbeit von Prince et al (Arch Intern Med/ Vol 166, Apr 24, 2006/ Effects of Calcium Supplementation on Clinical Fracture and Bone Structure ), dass die mit Calcium behandelten Patienten zwar häufiger Verstopfung , aber in beiden Gruppen (Verum und Placebo) nur zwei Patienten Nierensteine und 7% (51 Patienten) unter Placebo und 7.7 % (56 Patienten) unter Calcium eine KHK aufwiesen, was statistisch nicht signifikant unterschiedlich ist.
christianguenther
 
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Registriert: 29.05.2009, 11:22

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