Sehr geehrte Mitglieder der Leitlinienkommission,
-nach Diskussion in der RAMOWE Rhein-Ruhr wird beantragt, den Ausnahmefall einer schnelleren (<3 Wochen) indizierten OP-Massnahme in der LL, für eine verständnisvollere Zusammenarbeit von konservativem und operativem Osteologen, zu "regeln"
-für den meist nicht "osteologisch" versierten Operateur - und gerade für diesen ist es wesentlich, sich in den LL wiederzufinden - sollte zur Hilfestellung und Disziplinierung empfohlen werden:
- Osteoporose gilt nach wie vor bei/nach Abklärung als generalisierte Erkrankung
-demzufolge ist die Versorgung von osteoporotischen Fxs mit operativen Massnahmen ohne vorherige/gleichzeitige/postoperative Diagnostik/Spezielle Pharmakothrapie nicht sinnvoll.
Für den "Ausnahmefall" als Begründung:
-als subjektiver OP-Indikationsparameter wird derzeit einzig die Schmerzquantität (mind. VAS 4) benannt, wobei diese die Tücke hat, dass das individuelle Schmerzempfinden oft nicht mit dem Verformungsausmass der WKs und damit dem Statikverlust korreliert.Eine prospektive Aufklärung zu welchen schmerzaufbringenden Fehlhaltungen und Bewegungs/Aktivitätseinschlänkungen die "laufende" Sinterung führt ist somit immer spekulativ, allerdings kann ein DXA - Ergebnis beispielsweise mit einem T-Score von <-3,5 eine schlechte Prognose erahnen lassen und sollte daher als OP - Entscheidungshilfe in die LL miteingebracht werden (Konsensus der RAMOWE - Gruppe Rhein-Ruhr, gefasst in den Sitzungen 3/09 + 5/09)
-als objektiver Parameter einer Sinterungsprogredienz gelten die Rö-Aufn. und das MRT mit Aussage auch über drohende weitere Fxs durch "ödematöse" Signalgebung der betroffenen WK.
Längere Zeit stärker verformte WKs (Stad. 2 oder 3) werden einmal durch die entstandene Instabilität anhaltende Schmerzen und zum zweiten im Stadium 3 durch die Fehlstatik muskulare Dysbalancen begünstigen. Eine schnelle operative Versorgung eines gesinterten Wk's, der bei einer Knochendichte von -3,5 und schlechter binnen 1-2 Wochen ein Stadium 3 erreicht, wäre auch aus Gründen eines raschen "Sinterungs-Stops" und einer möglichen gebesserten Aufrichtung, denn die Chance steigt mit der OP-Lagerung in einem frühen Stadium, im Sinne des Patienten wünschenswert . Daher sollte dieser "Ausnahmefall" in den LL zu den vorgenannten Bedingungen Nennung finden. So dass das Zeitfenster von 3 Wochen die Norm sein sollte, aber Patient und Operateur und konservativer Osteologe in einem solchen worse-case sich nicht in einem "Leitlinienleeren Raum" Raum entscheiden müssten. Die in OP-Kreisen zunehmend öfter genannte Free-Studie hätte zu einer ebm-Empfehlung beitragen können, wurde aber erst nach der LL-Deadline 2009 veröffentlicht .(RAMOWE Rhein-Ruhr Konsensus) siehe auch Algorithmus der Arbeitsgruppe RAMOWE Rhein-Ruhr bereits im Anhang von Chr. Günther zu finden
-die Kyphoplastie hat gegenüber der Vertebroplastie verfahrensbedingt (präformierte Höhle), eine geringere Kompikationsrate.Ob die Komplikationsrate anderer verfestigender, statikverbessernder Verfahren günstig ist, werden diese nachweisen müssen
-bei frischen op-fähigen WK-Sinterungen ist die MRT den Verfahren CT und Szintigraphie überlegen.Einzig bei Schrittmacherträgern wird derzeit eine Kontraindikation gesehen.Es gibt derzeit keinen Operateur, der in der Arbeitsgruppe RAMOWE RH/R ohne ein MRT eine Sinterung versorgen würde
-auch im Sinne einer vertretbaren Kostendisziplinierung sind deutliche LL für den "Ausnahmefall" wünschenswert. Die OP DOKU im zukünftigen Osteoporoseregister sollte verpflichtend werden.
Für RAMOWE Rhein - Ruhr Manfred Söhling
